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1. Modularer Aufbau

Elektronik > Verstärker

Zunächst eine Begriffserklärung: Ein Verstärker besteht aus zwei Hauptfunktionseinheiten: Der Vorstufe und der Endstufe - beide brauchen in der Regel ein (evtl. gemeinsames) Netzteil. Sind beide in einem einzigen Gehäuse untergebracht, spricht man von einem Vollverstärker.

Ist in diesem Vollverstädker-Gehäuse auch ein Tuner (neudeutsch für Radio), nennt man diesen einen Receiver. Hat der Receiver nur Endstufen für 2 Boxen, betitelt man diesen als Stereo-Receiver. Im Heimkino Bereich sind die Receiver die zentralen Schaltzentralen und besitzen neben einem Vollverstärker für 5-7 Surroundkanäle meist auch Möglichkeiten einen Aktivsubwoofer anschzuschließen, diverse AD-Wandler, Raumeinmesstools, Möglichkeiten das Bildsignal für den Fernseher neu zu skalierenden vieles andere. Diese Geräte werden auf Basis ihrer Videofunktionen und mit Anspielung auf ihren Einsatz in einem Heimkino als Audio-Video-Receiver oder kurz AVRs bezeichnet.

Vorstufe

Im einfachsten Fall ist die Vorstufe nur ein verstellbarer Widerstand (Potentiometer), mit dem man den Signalfluss durch diesen, also die Lautstärke, einstellen kann. Damit ist aus der Sicht einiger
Puristen die Vorstufe komplett. Falls der CD Player eine Einstellmöglichkeit für die Lautstärke hat, ist es durchaus möglich, die Vorstufe wegzulassen. Wie man sieht: das Wort “Vorverstärker” ist eigentlich etwas übertrieben. Verstärkt wird hier nichts.

Komplexere Vorstufen bieten in der Regel eine etwas aufändigere Schaltungsarchitektur um Quellgeräte und Leistungsverstärker wirkungsvoll zu entkoppeln.

Weniger puristische Zeitgenossen freuen sich bei Vorstufen über erweiterte Funktionen: Durch einen Quellenwahlschalter kann zwischen
CD Player, Plattenspieler, MP3 Player und co umgeschaltet werden. In den meisten Fällen findet sich auch ein einfacher Equalizer mit der eine Möglichkeit Bass, Höhen oder die Left/Right-Balance einzustellen.

Üblicherweise
findet sich auch ein Phonoteil in der Vorstufe. Dieses Relikt aus der frühen Steinzeit dient zum Anschluss eines Schallplattenspielers, in einigen Plattenspielern ist sogar ein Phonoteil integriert womit diese Geräte direkt an die normalen Eingänge eines Stereoverstärkers angeschlossen werden können. Moderne Geräte wie CD Player haben ein ausreichend starkes Ausgangssignal, um auf ein Phonoteil verzichten zu können. Für den Anschluss eines Plattenspielers kann auch ein Phonoteil nachgekauft werden.

Außerhalb des Phonoteils gibt es keine Verstärkung. Viele Vorstufen kommen sogar ohne Steckdosenanschluss aus.

In höheren Preisregionen ist es Mode, Vor- und Endstufe in separaten Gehäusen unterzubringen. Das hat den Vorteil, dass das Phonoteil nicht durch elektromagnetische Felder vom Netzteil gestört wird. Bei modernen Ringkerntrafos oder guter Schirmung ist das heute nicht mehr unbedingt nötig. Allerdings gibt es bei vielen Hifiasten den tief verwurzelten Trieb, das Hifi Rack mit möglichst großen und teuer aussehenden Geräten vollzustellen. Ein Verstärkeraufbau mit getrennten Vorverstärker- und Endverstärkergehäusen kommt diesem Trieb zugute.

Im Stereobereich mögen Vorstufen nur recht spartanisch aufgebaut sein. Surroundvorstufen, auch “AV-Prozessorvorstufen genannt”, beinhalten auch weitere Funktionen. DA-Wandler, Prozessoren für Surroundeffekte, Raumeinmessung und ähnliches.

Vorstufen können auch verwendet werden um Aktivlautsprecher anzusteuern. Aktivlautsprecher besitzen gehäuseintegrierte Leistungsendstufen und brauchen kein hohes Eingangssignal.


Endstufe

Die Vorstufe arbeitet mit extrem niedrigen Leistungen welche nicht ausreichen, um den Lautsprechern wohnzimmertaugliche Pegel zu entlocken.
Also muss jetzt ein “richtiger” Verstärker her. Genannt wird diese "richtige" Verstärkerkomponente Endstufe, Endverstärker oder auch Power Amplifier, oder kurz “Amp”. Das ist das Gerät mit den Wattangaben.

Die Endstufe verwendet eine vom Netzteil gleichgerichtete Gleichspannung von welchem - proportional zu einem vom Vorverstärker anliegendem Musiksignal - ein Teil an die Lautsprecher wiedergegeben wird. Hierzu gibt es mehre Möglichkeiten, die modernste Variante ist das digitale PWM Verfahren, bei klassisch aufgebauten Verstärkern kommen meist die traditionellen Class A oder Class AB Verfahren zum Einsatz.



Abbildung1: Vexo Verstärkerkomponenten wie Netzteile, Endstufen und Vorstufen in separaten Gehäusen


Netzteil

Das Netzteil richtet die Wechselspannung gleich und liefert die Versorgungsspannung für die Vor bzw. Endverstärker. In höheren Preisklassen werden die Netzteile teilweise in separaten Gehäusen untergebracht, bei einem üblichen Vollverstärker oder AVR sind die Endstufen meist integriert.

In höheren Preisklassen werden die Netzteile meist mit Kondensatoren von der Größe von Coladosen gebaut. Auch die verwendeten Transformatoren sollten möglichst groß und eindrucksvoll sein, natürlich müssen es Ringkerntransformatoren sein. Gute Transformatoren gehören zu den wenigen Elektronikkomponenten welche im Einkauf teuer sind, bei kleineren Geräten fallen diese entsprechend kümmerlich aus. Bei der Verwendung von normalen Lautsprecher in einer hellhörigen Mietwohnung reichen reichen diese jedoch völlig aus.

 
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